Automatisches Tape-Reading mit Volumen-Preis-Analyse (VPA)

Die Volumen-Preis-Analyse (VPA) ist programmtechnisch umgesetztes Tape-Reading. Eine VPA bietet die Möglichkeit eines schnellen Tape-Readings. Durch die automatisierte Mustererkennung kann eine große Anzahl von Aktien rasch überprüft werden.
Bekannterweise ist das Tape-Reading die Interpretation von Preis und Volumen. Der Zeitaufwand ist dabei erheblich und für viele Aktien nicht mit einem zumutbaren Zeitaufwand durchführbar.

Die Grundideen der VPA stammen alle von Richard D. Wyckoff und können mit modernen Chart-Programmen gut umgesetzt werden. Die VPA verknüpft die traditionellen Candlestick-Formationen mit dem Volumen, ohne dass zusätzliche Indikatoren verwendet werden. Die Basis der Idee liegt in der These, dass der Markt durch das “Smart Money” bewegt wird. Als Smart Money dürfen die professionellen Marktteilnehmer bezeichnet werden, die verdeckt ihre bevorzugten Handelsmärkte zum eigenen Vorteil beeinflussen wollen. Sie bewegen große Geldmengen, sind erstklassig ausgebildet, setzen die bestmögliche Technologie ein und besitzen nicht selten einen Informationsvorteil.
Sofern vom Smart Money gesprochen werden darf, so muss es auch das Entgegengesetzte geben. Solche Marktteilnehmer wären die Anfänger, Privatanleger und sonstige Unbedarfte. Konsequenterweise müsste man vom “Dump Money” sprechen, was aber sehr herablassend klingt. Es sollte klar sein, dass das Smart Money, das Dump Money benötigt, um außerordentliche Gewinne zu erzielen.
Insbesondere in den extremen Börsenphasen, z.B. in einer Aktien-Hausse, verkauft das “Smart Money” die eigenen Positionen. In der Technischen Analyse wird gerne von der Distribution gesprochen. In einer Aktien-Baisse sind die Abläufe umgedreht. Während das “Dump Money” weiterhin verkauft, versucht das Smart Money langsam die Aktien zu akkumulieren.
Bei der VPA liegt die Kerntechnologie in der Volumeninterpretation. Wenn das Smart Money kauft oder verkauft sollte die VPA die Richtung des Smart Money erkennbar machen. Die VPA ist allerdings kein striktes Handelssystem mit festen Vorgaben zum Ein- und Ausstieg. Im Chart ist vielmehr eine Spur von Marktbewegungen sichtbar, die über einen längeren Zeitraum ein Gesamtbild entstehen lässt. Die VPA zeigt sich besonders nützlich in bekannten Chartformationen. Sind die Kurse z.B. in einer Handelsspanne gefangen, so gibt die VPA Signale, in welche Richtung ein Ausbruch gelingen könnte. Eine traditionelle Schulter-Kopf-Schulter-Formation wird häufig von VPA-Mustern umrahmt, um dann zum geeigneten Zeitpunkt die bestimmungsgemäße Richtung einzunehmen.

Wie eine Umsetzung der automatischen Volumen-Preis-Analyse (VPA) aussehen könnte, zeigt das nachfolgende Bild des DAX.

Das Bild stellt nur eine beispielhafte Umsetzung einer VPA dar. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Umsetzung. Im Balken-Chart sind kleine Symbole über oder unter einem Kursbalken platziert. Jedes Symbol zeigt eine bestimmte Situation an, die entweder bullish oder bearish zu werten ist. Die Form des Symbols deutet auf die Stärke der bullishen bzw. bearishen Wirkung hin.

Die Farben der Kursbalken stehen nicht in Abhängigkeit von Eröffnung und Schlusskurs, sondern sind dem Volumen-Flow angepasst. Eine Abwärtsbewegung z.B. fängt mit orangefarbenen Kursbalken an und endet mit roten Kursbalken.

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