Das Volumen läuft dem Preis voraus

Wer an der Börse Erfolg haben will, der muss ein Prognoseinstrument besitzen, dass vorauslaufende Merkmale hat. Das Volumen bietet hierzu einen guten Ansatz.
Ich möchte Ihnen ein Modell vorstellen, dass Ihnen die Möglichkeit gibt, jede Börsenphase richtig einzuordnen. Schauen Sie sich das Modell intensiv an, und Sie werden Ihr Börsenverständnis erheblich erweitern.

Die weitläufige akademische Wissenschaft ist sich einig: Es gibt keine Möglichkeit zukünftige Börsenkurse vorherzusagen, und die Börsenkurse folgen dem Zufall. Diese Erkenntnis stammt aus der Mathematik des Zufalls und der Statistik. Was die meisten Wissenschaftler weglassen ist die Tatsache, dass die Mathematik des Zufalls nicht bei Börsenkursen dauerhaft funktioniert. Die meisten Änderungen der Börsenkurse (68%) liegen in der Standardabweichung kleiner als 1. In der 2-fachen Standardabweichung sind dann schon 95% aller Börsenkurse enthalten. Danach wird es schon sehr extrem, denn die 3-fache Standardabweichung enthält schon 98% der Kurse. Nun, wenn man die statistischen Berechnungen weiterführt, dann kann es auf keinen Fall einen Börsen-Crash geben. Anhand der Standardabweichung liegt die Wahrscheinlichkeit eines Crashs bei 1 zu 10 Milliarden. An den wenigen Aussagen merkt man schon die Widersprüchlichkeit der Börse, denn wie jeder weiß, gab es in der kurzen Börsenhistorie schon mehrere Crashs. Jetzt wird klar, dass die Wissenschaft die Börse immer nur annäherungsweise erklären kann. Deshalb ist Börse nicht langweilig, sondern ein Sammelsurium von Chancen für Börsengewinne.



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Die Masse der Börsenteilnehmer verliert Geld, während wenige Börsianer um so mehr Geld verdienen. Die Gemeinsamkeit aller erfolgreichen Trader ist die Fähigkeit, mit ihren Tools und Knowhow eine Prognose zu erstellen, und daraus Gewinne zu erzielen. Die Volumen-Analyse ist z.B. so ein Instrument, um einen Blick in die Zukunft zu wagen. Warum das möglich ist, kann man an einem Kursmodell erklären.

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Bild: Das Zyklus-Modell von Hank Pruden

Die idealisierte S-förmige Kurve (rot) zeigt den vollständigen Kursverlauf einer Aufwärtsbewegung. Darunter wurde das Volumen (schwarz) als Glockenkurve unter den Preisverlauf gelegt. In einem Chartprogramm würde das dem Kursverlauf entsprechen und dem darunter aufgeführten Volumenhistogramm.

Die Grafik zeigt die unterschiedliche Gipfelbildung des Kurses und des Volumens. Der Hochpunkt des Volumens kommt vor dem Hochpunkt des Kurses. Genau daraus entsteht der Vorlauf des Volumens zum Preis. Wenn das Volumen in einem Aufwärtstrend steigt, und die Kurse das steigende Volumen ebenfalls in höhere Kurse umsetzen können, dann ist dies ein gesunder Aufwärtstrend. Das ist in der Grafik bei den Zeitbereichen “Innovators” und “frühe Reife” der Fall. Danach erreicht das Volumen seinen Gipfel. Das weitere Steigen der Kurse verlangsamt sich erheblich, bei abnehmenden Volumen. Es folgen die Zeitbereiche “späte Reife” und die “Chancenlosen”. In diesen beiden Zeitabschnitten entsteht die als “Divergenz” bekannte Situation. Der Analyst stellt eine Divergenz in einem Chart fest, wenn der Kursverlauf im Vergleich zu einem Indikator einen unterschiedlichen Verlauf zeigt. Divergenzen entstehen sowohl bei den Momentumindikatoren (z.B. RSI, ROC, CCI, TRIX) als auch bei den Volumenindikatoren (z.B. OBV, MFI). Bei Volumenindikatoren werden die Unterschiede zudem noch deutlicher, da das Volumen im stärkeren Maß als das Kursmomentum abnimmt.

Am unteren Rand des Modells erklären sich auch die Emotionen der Marktteilnehmer (waagerechte Pfeile). Die höchste Angst entsteht am Beginn des Zyklus. Die Angst nimmt mit steigenden Kursen ab und endet mit der Gipfelbildung des Volumens. Die Kurse sind nun soweit gestiegen, dass die restlichen Marktteilnehmer gierig werden und ebenfalls in den Markt einsteigen. Es beginnt der Bereich “späte Reife”. Die Kurse steigen nun nur noch wenig, aber die Gier nimmt weiter zu. Anschließend steigen die “Chancenlosen” in den Markt ein, die letztlich nur “Futter” für die Profis sind.

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