DAX-Prognose 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,

üblicherweise erstelle ich zum Jahresende eine Prognose für das neue Jahr. In diesem Jahr bin ich etwas unentschieden, denn unsere Rahmenbedingungen sind nicht mehr marktwirtschaftlich genug. Es gibt inzwischen eine weltweite Neigung, sozialistisch zu denken. Damit meine ich das Übertragen von Verantwortung in die staatliche Fürsorge. Die Geschichte zeigt allerdings, dass politische Entscheidungen sehr oft am Bedürfnis der Bürger vorbeigehen. Zwangsläufig häufen sich damit die Missstände.

In den vergangenen 100 Jahren gab es 24 Staaten, die sich auf ein sozialistisches Wirtschaftssystem einließen. In allen Fällen war das Scheitern dramatisch. Das extremste Beispiel ist zurzeit Venezuela, denn das Land besitzt ein riesiges Erdölvorkommen und trotzdem herrscht Armut unter der Bevölkerung. Die gewählte sozialistische Regierung hat jede Form von Marktwirtschaft unterdrückt.

Ich gehe davon aus, dass in 2020 die sozialistischen Tendenzen weiter zunehmen und damit negativ auf die Börsen einwirken. Außerdem ist die Fortsetzung der weltweiten Verschuldung sehr wahrscheinlich. Selbst in Deutschland gibt es, trotz Rekordsteuereinnahmen, die Neigung mit Neuverschuldungen Projekte zu finanzieren. Das zeigt, Politiker haben niemals ausreichend Geld, um ihre überflüssigen Ideen zu finanzieren.

Auf den Konten der deutschen Bürger liegen ungefähr 1000 Millionen Euro. Was werden die Bürger damit anfangen? Die deutsche Börsenkultur ist wenig ausgeprägt, doch irgendwann werden die Bürger gezwungen sein, sich mit der Aktienanlage zu befassen.

Die Dividendenrendite der DAX-Aktien liegt ungefähr bei 3%. Diese potentielle Rendite ist so reizvoll, dass sie wie ein Magnet neues Geld anlocken müsste. Deshalb gehe ich in 2020 von steigenden Aktienkursen aus.

Ihr Christian Lukas

 

Wichtige Märkte im Trend-Check

Trends Kurzfristig Mittelfristig Langfristig
DAX long long long
S&P 500 long long long
Gold (in USD) long long flat
EUR/USD flat short flat
Rohöl long flat short

 

 

DAX: Bereit für den nächsten Schritt

Der DAX bewegt sich unterhalb seines Tops bei 13.500 Punkten. Seit Mitte Oktober gibt es einen unentschlossenen Stillstand in der Kursbewegung. Intraday gab es in dieser Zeit heftige Auf- und Abwärtsbewegungen. In der Summe blieb der Kurs in der Nähe von 13.200 Punkten. Die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer wird vermutlich in den nächsten Wochen aufgelöst werden. Unabhängig davon, in welche Richtung die nächste stärkere Kurswelle sich bewegen wird, am Ende ist es nur eine Vorbereitung für die Fortsetzung des Aufwärtstrends. Lediglich Kurse unterhalb von 11.800 Punkten könnten die Marktsituation verändern. Dieses Szenario scheint allerdings weit entfernt zu sein.

Bild: Wochen-Chart des DAX mit On-Balance-Volume (OBV)

 

Das Handelsvolumen in Form des OBV spricht eine klare Sprache. Der OBV bewegt sich im Aufwärtstrend und nimmt den bullishen Ausbruch des DAX vorweg. Der Kaufdruck ist stärker ausgeprägt als es die negativen Schlagzeilen der Medien oft vermuten lassen.
Die kurzfristige Stochastik deutet auf eine unabgeschlossene Konsolidierung hin. Idealerweise kehrt der Indikator in den unteren Bereich unterhalb von 20 ein und bereitet so die nächste Aufwärtswelle vor. In diesem Fall können wir von einem zukünftigen dynamischen Ausbruch ausgehen. Verharrt allerdings die kurzfristige Stochastik im Bereich über 50, dann könnte der DAX zwar auch den Ausbruch über 13.500 Punkte vollbringen, doch die anschließende Kursdynamik müsste gering bleiben.

 

Beurteilung des DAX mit Hilfe der Volume-Spread-Analysis (VSA) in unterschiedlichen Zeitrahmen

Bild: DAX-Tages-Chart mit VSA

Im oberen Chart können wir seit November kleinteilige Kurswellen identifizieren. Interessanterweise gab es in dieser Zeit keine bearishen Signale, die eine stärkere Abwärtswelle ankündigen. Im Gegenzug gab es Anfang Dezember ein einziges bullishes Signal, welches sofort zur Aufwärtswelle führte. Das Gesamtbild zeigt damit einen dauerhaften bullishen Unterton, der sich in den nächsten Wochen fortsetzen sollte.

Bild: DAX-Wochen-Chart mit VSA

Der Wochen Chart ist hinsichtlich der bearishen Signale etwas aufschlussreicher. Mitte Oktober ergab sich in der Aufwärtsbewegung eine Volumenschwäche, die in den meisten Fällen zur Kursumkehr führt. In diesem Fall ignorierte der Aktienmarkt die Schwäche der Bullen und der Index stieg weiter an. Das kann man auch als „Ungefährlichkeit“ der Bären deuten.

Dagegen zeigt sich bei der Betrachtung der bullishen Signale ein umgekehrtes Muster. Jedes Bullensignal wurde sofort mit steigenden Kursen beantwortet. Das jüngste Short-Signal in der Weihnachtswoche darf ausnahmsweise vernachlässigt werden, denn ein Großteil der Marktteilnehmer hat sich bereits in die Weihnachtspause begeben. Ein schwaches Handelsvolumen gehört zur weihnachtlichen Normalität.

Bild: DAX-Monats-Chart mit VSA

Der Monats Chart zeigt momentan den aktuellen Marktzustand am präzisesten. Der Kurstrend ist eindeutig aufwärtsgerichtet und auf Monatsbasis in einem überhitzten Zustand. Üblicherweise bringt das Frühjahr stärkere Kurse, weil der Markt in einem saisonalen Vorteil ist.
Der DAX müsste allerdings für den klaren Ausbruch über den Widerstand bei 13.500 Punkten noch einmal einen Schritt nach unten tätigen. Ich gehe davon aus, dass der DAX im Januar oder Februar noch einmal 13.000 Punkte testet, bevor er den entscheidenden Aufwärts-Kick ausführen wird.

Fazit:
Auf langfristige Sicht sollten Investoren unbedingt ihre Long-Positionen ausbauen. Gelegentliche Kursschwächen, die sich durch negative Nachrichten in den Medien immer wieder ergeben werden, müssten daher gute Einkaufschancen bieten. Der Monats-Chart lässt nur eine bullishe Prognose für das Jahr 2020 zu. Der Zielkurs des DAX liegt bei 15.700 Punkten.

 

 

VSA-Erläuterung:

Jedes Symbol steht für einen kurzen Richtungsimpuls, der eine Wirkung für die nächsten 5 Kursbalken enthält. Befindet sich ein kleiner schwarzer Punkt am Kursbalken, dann ist es ein Frühwarnsignal. Ein schwarzer Punkt zeigt an, dass die Kurswelle schwächer wird. Keines der Signale sollte als alleinige Handelsentscheidung dienen. Die VSA dient viel mehr zur Vorbereitung eines guten Trades. Über Anzahl und Ort der Signale kann der Trader, ein Gefühl für die wirkenden „Kräfte“ im Markt bekommen.

Jedes Signal ist trendunabhängig programmiert. In einem starken Trend können die besten Gegensignale überrannt werden. Ebenso kann ein schwächeres Signal ausreichen, um den Trend weiter zu forcieren.

 

 

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