Im Handelskrieg ist Gold eine Lösung

Liebe Leserinnen und Leser,
ich bin ein bekennender Freund des Goldes. Insbesondere auch dann, wenn uns die deutsche Bundesregierung in einer Wiederholungsschleife erklärt, dass die deutsche Wirtschaft so gut läuft, wie noch nie. Unser Bruttoinlandsprodukt mag zwar die Regierungsaussage unterstützen, doch es erklärt nicht, wie das deutsche Wachstum entstanden ist. Geht man der Frage nach, dann ergeben sich klare Unterschiede. Das deutsche Wachstum entstand hauptsächlich durch Unternehmen, die sich international betätigen (Exporte). Die Nachfrage für deutsche Produkte wird durch einen zu billigen Euro „künstlich“ gefördert. Richtet man den Blick auf die deutsche Binnenwirtschaft, dann stellt man schnell fest, dass in den vergangenen Jahren zu wenig Wohlstand erzeugt wurde.

In diesem Zusammenhang sind die angekündigten Zölle und ein möglicher Handelskrieg mit den USA eine schwere Dosierung Gift für Deutschland. Leider haben unsere Politiker in den vergangenen Jahren zu wenige Investitionen in Deutschland umgesetzt. Besonders die Schlüsselbereiche Bildung und Digitalisierung sind nicht ausreichend gefördert worden. Deutschland ist nicht gerüstet für einen Handelskrieg.
Das größte Sorgenkind bleibt der Euro und der Zustand der EU. Es ist momentan nicht erkennbar, wie aus der EU eine echte Union werden könnte, die sich effektiv gegen US-Zölle wehren kann. Die Tendenz geht eher in Richtung egoistischer Einzelstaaten. Der Wertverfall des Euro und der potentielle Staatsbankrott einiger EU-Staaten hängen wie ein Damoklesschwert über Deutschland.
Als vorsichtiger Investor muss man die Frage stellen, wie man dem Risiko richtig begegnen kann. Eine Möglichkeit ist die Anlage von Gold. Sehen wir uns deshalb den großen Gold-ETF (Symbol GLD) im Chart an.

Bild: Wochen-Chart des Gold-ETF mit Volumentrend

Technische Ausgangssituation des Goldes

Gold ist grundsätzlich eine erstklassige Krisenwährung. Im oberen Teil des Beitrags wurde das Risiko für Deutschland und andere Exportländer durchaus negativ beschrieben. Man müsste also annehmen, dass Gold in den nächsten Monaten an Wert gewinnen sollte. Der Kursverlauf der vergangenen zwei Jahre zeigt, dass die Anleger kein übermäßiges Risiko für die Weltwirtschaft erkennen. Der Goldmarkt pendelt in einer Seitwärtsbewegung – beim Gold-ETF zwischen 114 und 130 US-Dollar.

Saisonale Schwäche beim Gold?

Üblicherweise kennt der Goldpreis saisonale Muster. In der Zeit zwischen April und Juli gibt es oft Kursschwäche. Mit den aktuellen wirtschaftlichen Risiken könnte das saisonale Muster aufgebrochen werden. Wenn es der Goldpreis schafft, die obere Begrenzung des Seitwärtsmarkt bullish zu durchstoßen, dann steht der Goldkurs vor einer kräftigen Rallye.
Aus technischer Sicht gibt es allerdings noch keinerlei Anzeichen für die zukünftige Bewegung. Im unteren Chart-Bereich ist der OBV abgebildet. Er zeigt, in welche Richtung bisher das größte Handelsvolumen entstanden ist. Aber auch hier ist keine Richtungsentscheidung erkennbar. Der OBV verläuft weitgehend waagerecht. Das bedeutet, die meisten Investoren rechnen nicht mit zukünftigen Risiken. Sie gehen davon aus dass die Weltwirtschaft weiterhin brummen wird. Ist das realistisch?

Viel Erfolg wünscht Ihnen
Christian Lukas

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