Hoeneß: Wenn das keine Spielsucht ist …

Uli Hoeneß ist mit Sicherheit kein Dummkopf. Er selbst behauptet, er sei nicht spielsüchtig. Ein wenig skeptisch darf man bei seinen Aussagen sein.

Die Anzahl der Transaktionen verrät ihn
Schätzt sich Hoeneß richtig ein? In neun Jahren hat er über 50000 Transaktionen durchgeführt. Eine kleine Rechnung verdeutlicht das Ausmaß der Zockerei.

… Trading mal so nebenbei
Auf ein Jahr heruntergerechnet sind das im Durchschnitt 5555 Transaktionen. Im Jahr gibt es 52 Wochen mit fünf Handelstagen pro Woche. Ohne Berücksichtigung der Feiertage hat Hoeneß demnach täglich 21 Handelsentscheidungen getroffen.

Überlegen Sie selbst:
21 Handelsentscheidungen über Kauf oder Verkauf je Tag als Nebentätigkeit! Wir dürfen nicht vergessen, dass seine Haupttätigkeit als Manager und auch seine Wurstfabrik die meiste Zeit in Anspruch nimmt.
Schon die Höhe der Transaktionszahl verrät Hoeneß als Zocker mit durchschnittlichem Börsenwissen aber erheblichem Suchtpotenzial. Die meisten Psychologen würden Hoeneß eine Störung seiner Impulskontrolle unterstellen. Die fehlende Impulskontrolle das wichtigste Diagnosemerkmal einer Spielsucht. Bei Hoeneß war der Impuls zum Börsenkick sicherlich übermächtig.

So kann man auf Dauer kein Geld verdienen
Übrigens, die Anzahl der Trades hat nichts mit professionellen Trading zu tun. Es gibt praktisch keinen Börsenmarkt mit zehn guten Einstiegschancen am Tag. Es sei denn, man begibt sich auf eine sehr kleine Zeitebene. Wie zum Beispiel beim Hochfrequenzhandel.
Bei 21 Trades am Tag werden die Gebühren, der Spread und der Stress irgendwann jeden Trader mürbe machen. Dass Hoeneß meist nur mit einem Börsen-Pager ausgestattet war, machte sein Trading noch mehr zum großen Spiel.
Wenn das nicht alles nach Spielsucht klingt? Aus meiner Sicht hätte ein Psychologe während des Prozesses Hoeneß entlasten können. Denn die Spielsucht lässt auch intelligente Menschen Dinge tun, die man hinterher bereut.

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