Langeweile beim Trading

Trader, die wie Stalker die Märkte beobachten, und viel Zeit mit der Suche nach Gelegenheiten verbringen, werden sich mit dem Thema Langeweile irgendwann auseinandersetzen müssen. Insbesondere Intraday-Trader sitzen oft stundenlang vor ihrem PC, beobachten den Markt, und tun nichts. Gefühlsmäßig ist das Herumsitzen eine unproduktive Arbeit – fast automatisch tritt so die Langeweile ein.

Stimulation ist wichtig
Psychologen haben schon vor langer Zeit bewiesen, dass das menschliche und auch tierische Gehirn Stimulation benötigt. Unser Nervensystem ist in ständiger Aktivität. Selbst im Schlaf, wo Muskeln ruhen, träumen wir, und das Gehirn verbraucht so viel Energie wie ein Muskel. Die Notwendigkeit der zumindest gelegentlichen Stimulans zeigen Versuche, bei denen man Menschen dauerhaft am Träumen hinderte. Traumlosigkeit über einen längeren Zeitraum erzeugt pathologische Tendenzen in den Denkprozessen des Wachzustandes. Auch Laborexperimente, bei denen man Menschen isolierte, also der völliger Entzug von Umweltreizen, ergaben erhebliche Wahrnehmungsstörungen bei den Versuchsteilnehmern. Solche Experimente darf man schon als Folter bezeichnen.

Eine Einheit: Trader und Spieler
In Abhängigkeit von der Charakterstruktur benötigt jeder Mensch ein Minimum an Ruhe und ein Minimum an Stimulans. Die Intensität der Erregung führt uns zum Trading. Trader sind in der Regel Menschen, deren Nervensysteme eine überdurchschnittliche Stimulans benötigen. Das darf man sowohl auf die Höhe, als auch auf die Häufigkeit der Stimulans beziehen. Parallelen gibt es zu Spielern und Zockern, die eine ähnliche Neigung haben. Sitzen Trader zu lange am PC, ohne dass Stimulans produziert wird, dann schaffen sie sich selbst den Nervenkitzel. Sie gehen in den Markt und das mit einem verminderten Chance-Risiko-Verhältnis. Man muss nicht lange darüber nachdenken, dass diese Art von Trading tendenziell eher destruktiv ist, und über längere Zeit keine positiven Ergebnisse einbringen wird. Vielmehr bringt diese Art von Trading gewisse charakterliche Eigenarten des Traders zum Vorschein. Langeweile führt in letzter Konsequenz zu Handlungen, die der geistigen Anregung dienen, aber nicht dem Konto.

Der Charakter entscheidet
Wer erfolgreiches Trading betreiben will, der muss sich selbst gut kennen. Der griechische Philosoph Heraklit († um 460 v. Chr.) stellte schon früh die These auf, dass der Charakter des Menschen sein Schicksal bestimmt. Der Charakter des Traders bestimmt auch die Vorlieben beim Trading. Er definiert, ob das Handelssystem konsequent verfolgt wird, die Handelsfrequenz, die Auswahl des Marktes und auch die Aggressivität beim Geldeinsatz. Der Charakter beeinflusst alle Parameter des Tradings, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Sun Tse – Die Kunst des Krieges
Eine der Leitregeln des berühmten chinesischer Heerführer Sun Tse sollten sich alle Trader zu eigen machen:
“Kennst du den Gegner und kennst du dich, so magst du hundert Schlachten schlagen, ohne dass ein Gefahr besteht. Kennst du dich, aber nicht den Gegner, so sind deine Aussichten auf Gewinn oder Verlust gleich. Kennst du weder dich noch den Gegner, so wirst du in jeder Schlacht geschlagen werden.”

Wenn Sie Intraday-Trading betreiben, dann sollten Sie darüber nachdenken, ob der zukünftige Trade ein geeignetes Chance-Risiko-Verhältnis bietet, oder ob Sie zur Zeit nur ein wenig Unterhaltung benötigen.

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