Pro und Contra der Finanztransaktionssteuer

die Mehrheit der deutschen Bürger ist für eine Finanztransaktionssteuer. Unsere Politiker glauben auch, dadurch die Banken an der Haftung des Euro-Problems zu beteiligen. Viele Banken haben sich in der Euro-Krise verzockt, und wollen nun ihre potentiellen Verluste an die Steuerzahler Europas weitergeben. Da wäre es logisch die Banken an den Kosten zu beteiligen. Die Finanztransaktionssteuer trifft im Kern aber nicht die Banken sondern ganz konkret die Bürger. Die Aktiven an den Börsen sind doch nicht nur Banken mit ihrem Eigenhandel. Das wirklich große Geld kommt über Fonds und Versicherungen. Also auch von Bürgern, die Vorsorge für ihr Alter treffen wollen. Wenn man eine Lebensversicherung auf 20 Jahre abschließt, dann will man auch, dass die eingezahlten Beiträge verzinst werden. Wo kommt denn eigentlich die Gewinnausschüttung bei einer Lebensversicherung her? Sie entsteht aus geschickten Transaktionen der Geldverwalter. Geld fließt in wettbewerbsfähige Märkte hinein und aus schwache hinaus. Das ist die Logik der Marktwirtschaft. Die Finanztransaktionssteuer trifft ganz konkret auch die meisten Bürger, da sie die Altersvorsorge zusätzlich besteuert.
Nehmen wir an, die EU setzt die Steuer durch. Wie werden sich die Geldverwalter verhalten? Das Geld wird die EU verlassen, in dem es seinen Verwaltungssitz ändert. Es wird immer ein Land auf der Erde geben, welches sich nicht an der Finanztransaktionssteuer beteiligen wird. Somit wird der Großteil der Börsentransaktionen nicht in Steuereinnahmen münden.
Die britische Regierung z.B. hat sich bereits klar gegen die Transaktionssteuer ausgesprochen. Sollte Deutschland und die EU sich auf das Gesetz einigen, wird England innerlich jubeln. Die Handelsbanken werden geneigt sein die EU zu verlassen, und den Unternehmenssitz in ein steuerfreies Land zu verlegen. Als gute Alternative würde auch der Handelsplatz in London passen. In jedem Fall wird eine Finanztransaktionssteuer die Liquidität in den Märkten mindern. Kurzfristige Trading-Strategien werden in die Verlustzone geraten, da die Steuern die Gewinne mindern. Als weitere Folge entstehen größere Spreads von Geld- und Briefkursen. Damit würden die An- und Verkaufskurse unfairer werden. Je weniger Liquidität in den Märkten ist, desto eher gibt es zufällige Marktbewegungen, und umso heftiger münden Börsenstürze in einem Crash. Vergleicht man das Pro und Contra zur Finanztransaktionssteuer, dann ergeben sich mehr Nachteile als Vorteile.

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