Quantität ersetzt nicht Qualität

von Zeit zu Zeit besuche ich Trader-Foren. So bleibt man auf den neuesten Stand der Modetrends. Ja, genau, Modetrends. Die Vorlieben der Trader für bestimmte Techniken und Herangehensweisen verändern sich immer wieder mal. Es scheint so, als gäbe es eine kleine Industrie, die sich immer wieder neue Indikatoren ausdenkt. Solange es Phantasie gibt, wird es auch immer etwas Neues geben. Man könnte es auch anders ausdrücken: Wenn Sie Fan von neuen Indikatoren sind, dann wird Ihnen eher das Geld ausgehen, als dass den Erfindern die Ideen ausbleiben.
Natürlich darf und muss man offen für Neues sein. Aber gerade Indikatoren müssen immer einer marktkonformen Logik folgen. Alle technischen Indikatoren lassen sich auf die Parameter (Eröffnung, Hoch, Tief, Schlusskurs und Volumen) zurückführen. Im Bereich der Futures gibt es noch “Open Interest”, aber das ist eher sekundär.

Die Idee hinter neuen Indikatoren bleibt stets gleich: Man will den “heiligen Gral” entdecken. Wie man sich in der Technischen Analyse verzetteln kann, möchte ich Ihnen anhand des unteren Charts deutlich machen.
Der Chart stammt aus einem amerikanischen Forum und diente als ersthafte Diskussionsgrundlage für eine Prognose. Einiges lässt sich sogar identifizieren – zum Beispiel Heikin Ashi, SAR, Aroon oder Bollinger.

ChaosChart

Bild: Irrwege der Technischen Analyse

Der Chart macht deutlich, wie entrückt Trader manchmal sind. Hier unterliegt der Entwickler der Fehlannahme, dass 100 Informationen besser sind als 10. Nur vergisst er dabei, dass die Quantität der Informationen nicht die Qualität ersetzt. Jede technische Information des Kursverlaufes besteht weiterhin aus den gleichen Parametern (Eröffnung, Hoch, Tief, Schlusskurs und Volumen). Dieselben Fakten werden in andere mathematische Formeln eingebettet. Das bedeutet, der Trader hat nicht mehr Infos, sondern immer die gleichen – aber in unterschiedlicher Darstellungsform.
Bei konzentrierter Betrachtung des Charts frage ich mich auch, wie lange es dauert, bis der Trader seine Entscheidung trifft. Denn die Menge an Infos wird Zweifel in seine Entscheidungen bringen. Bei keinem Chart sind die Infos eindeutig Long oder Short. Sollte der Trader auch noch Intraday damit arbeiten, dann benötigt der Trader zu viel Zeit. Während der Verarbeitung der Infos verpasst er so attraktive Handelschancen.

Der kleine Exkurs in die Technische Analyse zeigt durchaus die Überlegenheit der Volumen-Analyse. Nicht bunte Bilder erzeugen Handelschancen sondern Interaktionen zwischen Angebot und Nachfrage. Die Qualität des Preises steht im Zusammenhang mit der Quantität des Volumens. Um Ihnen die besten Chancen des Marktes zu bieten, liegt mein Fokus in der Analyse der Balance zwischen Preis und Volumen.

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