So funktioniert der TRIN (Arms-Index)

Fragt man einen erfahrenen Trader nach den drei wichtigsten Volumenindikatoren, dann kann man davon ausgehen, dass der TRIN (TRading-INdex) auf jeden Fall darunter ist. Der TRIN ist prinzipiell ein alter Indikator, da er schon 1967 entwickelt wurde. Der Erfinder ist Richard W. Arms. Das ist auch der Grund, warum er zusätzlich unter dem Namen „Arms-Index“ bekannt ist.

Die Amerikaner sehen den TRIN als wichtigen Gesamtmarkt-Indikator an. Er wird deshalb in den USA von den großen Börsenkursanbietern als eigenständiger Index angeboten (z.B. an der NYSE mit Symbol $TRIN). Solch ein Angebot gibt es in Deutschland eher selten, aber man kann sich den DAX-TRIN leicht selbst zusammenstellen. Entweder benutzt man ein programmierbares Chart-Programm oder bedient sich einer Tabellenkalkulation (z.B. Excel)

Was ist der TRIN?

Üblicherweise wird der TRIN für das kurzfristige Trading benutzt. Er dient hierbei zur Identifizierung von Überkauf-/Überverkauft-Situationen. Der DAX und der DOW besitzen jeweils nur 30 Einzelwerte. Dadurch marschieren die Einzelwerte des DAX und des DOW nicht selten im Gleichschritt, so dass alle Werte gleichzeitig steigen, bzw. fallen. Bevorzugt man ein Trading im „Swing“, wo eine Position zwischen 5 und 20 Tage gehalten wird, so ist der ungeglättete TRIN eher ungeeignet. Man kann aber den geglätteten TRIN für die Analyse psychologischer Stimmungen benutzen. Mit einer 10 oder 20fachen Glättung erreicht man gute Resultate.
Die Stärke des ungeglätteten TRIN liegt im Erkennen von kurzfristigen Übertreibungen. Hat der TRIN einen extremen Wert angenommen, dann kann man davon ausgehen, dass eine schnelle Gegenbewegung bevorsteht. Die Gegenbewegung dauert meist nur ein oder zwei Tage, kann aber von aggressiven Tradern Erfolg versprechend ausgenutzt werden.

Berechnung:
TRIN = ((gestiegene Aktien/gefallene Aktien) / (Volumen der gestiegenen Aktien/Volumen der gefallenen Aktien))

Interpretation des TRIN

Prinzipiell zeigt der TRIN die gestiegenen und gefallenen Aktien im Verhältnis zu dem dazugehörigen Volumen. Der Trin ist dabei ein Oszillator, der um den Wert 1 schwankt. Ein ungeglätteter TRIN über 1 ist als bearish und unter 1 als bullish anzusehen. Kommt der TRIN beim DAX in Grenzbereiche über 3 oder unter 0,2, dann neigt der Markt zum “kippen”. In diesen Fällen ist der Markt überverkauft bzw. überkauft. Werte unter 0,7 sind als bullishe Einstiegssignale und Werte über 1,4 sind als bearishe zu bewerten. Die Grenzwerte des TRIN sind jedoch nicht fix. Je mehr Aktien als Berechnungsgrundlage dienen, desto genauer ist der TRIN. Die genannten Grenzbereiche verändern sich bei Glättungen oder beim Wechsel der Märkte.
Um den TRIN in der Praxis verwenden zu können, muss man mathematische Besonderheiten berücksichtigen. Führt man einen Gleitenden Durchschnitt (GDL) in den TRIN ein, dann verändern sich die Eckdaten der Interpretation. Zuvor hieß es, dass ein TRIN über 1 bearish und über 1 bullish ist. Diese Bewertung ändert sich. Aus mathematischer Sicht kann ein TRIN nicht unter den Wert Null fallen. Auf der anderen Seite kann aber der TRIN einen unendlich hohen Wert annehmen. Wegen der Mittelung der Werte über einen GDL verschiebt sich die bullishe/bearishe Grenze immer zu einem Wert der über 1 liegt. Hat man z.B. einen Abwärtstrend, dann werden umso häufiger Werte in den GDL einfließen, die wesentlich über den Wert 2 liegen. Das hebt rechnerisch den GDL noch weiter über das Niveau 1. Deshalb ist es möglich, dass z.B. der DAX-TRIN mit einen GDL(20) den Wert 1,1 annimmt und man diesen als leicht bullish ansehen muss, wenn der langfristige Durchschnittswert GDL(100) bei 1,3 liegt.

Bild: Beispiel für die Anwendung des TRIN beim DAX. Der TRIN wurde mit einem Bollinger-Band umrahmt. Die Signalpfeile geben jeweils ein Einstiegssignal wieder. Bei einer Haltedauer von einem Tag entstand so eine Trefferquote von ca. 56%.

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