Unendliche Versuchung

Was ist normal?
Die Aktienmärkte bewegen sich meist zyklisch auf und ab. Und dann gibt es noch die ausgedehnten Marktveränderungen: Ein- bis zweimal im Jahr rennt der DAX kontinuierlich aufwärts – oder eben abwärts. Alle technischen Indikatoren geben dann ein “überkauft” beziehungsweise “überverkauft” wieder. Jede Marktsituation, die man als “überkauft” beziehungsweise “überverkauft” beschreiben kann, ist nicht normal, denn sie ist statistisch selten. Seit dem 16. November dieses Jahre beobachten wir nun dieses statistisch seltene Phänomen: Der DAX kennt nur die Aufwärtsbewegung, von einem Extrem zum nächsten – ohne Pause. Als Trader kommt man da in eine prekäre Situation. Denn es schleicht sich der emotionale Zwang des Handelns ein: Muss man nicht irgendetwas tun, um auf den Zug aufzuspringen?

Dünne Luft beim DAX
Stellen Sie sich einmal selbst die Frage: Sollten wir in einem überkauften Markt eine Long-Position eröffnen? Die Luft ist extrem dünn, und selten läuft der DAX noch viel weiter. Lassen Sie es mich weiter dramatisieren. In den Extremen werden Millionäre gemacht – aber auch Bankrotteure. Wenn in 99 Prozent der Fälle der Markt zusammenbricht, dann bleibt immer noch ein Prozent übrig. Es ist dieses unwahrscheinliche Extrem, das den Markt weiter nach oben treibt. Diejenigen, die richtig liegen, verdienen – und die anderen verlieren viel.
Ein Crash ist fast unmöglich – wirklich?!

Fragen Sie einen Mathematiker, wie wahrscheinlich ein Börsen-Crash ist. Er wird Ihnen sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen, denn mathematisch gesehen ist er so gut wie unmöglich. Doch die Praxis zeigt knallhart das Gegenteil. Es gibt den Crash und sogar ziemlich häufig.
Alle guten Kurzfrist-Trader sind Meister der Statistik. Sie handeln nur, wenn die Statistik auf ihrer Seite steht. Dazu gehört auch der Wellen-Trader: Wir spielen mit unserem Ruin, wenn wir uns von den Marktextremen verleiten lassen. Es ist besser nichts zu tun, als ein Mitläufer zu sein.

Nur die Disziplin zählt
Stellen Sie sich einen erfahrenen Trader vor, der ein gutes System besitzt, der also Moneymanagement praktiziert und diszipliniert arbeitet. Welchen Trading-Fehler könnte er begehen? Hier gibt es nur einen: Er könnte seine eigenen Regeln brechen. Sie ahnen es bereits: Die Versuchung Regeln zu brechen, ist dann am größten, wenn die Märkte im Extrem sind.

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