Volumen-Preis-Analyse wichtiger Aktienindizes KW32

Die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten ist unverändert bullish. Der wöchentliche Sentiment-Indikator der Frankfurter Börse zeigt einen Bullenanteil von 64% gegenüber den Bären. Das ist relativ stark und eigentlich schon grenzwertig. Üblicherweise gibt es in der Nähe um 70% einen überkauften Marktzustand. Unter dieser Prämisse kann man sich leicht vorstellen, wie der Markt sich in Zukunft bewegen kann. Entweder gibt es einen langsamen und zähen Anstieg, andernfalls eine weitere schnelle, druckvolle Abwärtsbewegung.

Die neuesten Wirtschaftsdaten innerhalb der USA sind mehrheitlich positiv bewertet worden. Was zunächst gut für den Aktienmarkt sein sollte, kann sich schnell umkehren. Die US-Notenbank Fed könnte geneigt sein, den ersten Leitzinsanstieg seit langer Zeit vorzunehmen. Diese Annahme wird vermutlich den Aktienmarkt kurzfristig belasten.


Die Charts zeigen eine Verknüpfung der typischen Candlestick-Analyse mit dem Handelsvolumen. Unter- und oberhalb der Candlesticks befinden sich Symbole mit Zahlen. Jedes Symbol ist ein Richtungsimpuls mit einer Trefferquote zwischen 53 und 60%. Die Zahl innerhalb des Symbols zeigt die Dauer des Impulses an. Die Charts zeigen auf einzigartige Weise, wie stark Impulse der Bullen und Bären waren. Dadurch sind Rückschlüsse auf zukünftiges Verhalten möglich.

DAX

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Bild 1: Wochen-Chart des DAX mit Volumen-Preis-Signalen

Kurzanalyse zum DAX
Die Marktteilnehmer müssen nun entscheiden, ob der DAX einen weiteren Anstieg verträgt oder nicht. Er steht an der Grenze. Die abwärts gerichtete Pitchfork gibt meiner Meinung nach den Ton an. Die Annahme ist hinfällig, wenn die obere Linie der Pitchfork gebrochen wird. Erstaunlich ist, dass es eine ganze Menge bullisher Volumen-Preis-Signale gibt, und der DAX sich trotzdem schwer tut, zu steigen. Es scheint fast so, als wenn der DAX eine Last trägt, und die Schwerkraft ihn am Anstieg hindert.
Mit dem möglichen ersten Zinsanstieg der Fed seit langer Zeit gibt es die fundamentale Erklärung, warum die Aktienmärkte den Weg nach unten suchen könnten. Und die bearishe Neigung wird vermutlich erst dann vorübergehen, wenn der Zinsschritt tatsächlich realisiert wurde.

S&P500-ETF (SPY)

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Bild 2: Wochen-Chart des S&P500-ETF (SPY) mit Volumen-Preis-Signalen. Der SPY steht repräsentativ für den S&P500-Index. Der Vorteil des SPY liegt darin, dass er direkt an der Börse gehandelt wird, und damit besser die Verknüpfung von Preis und Volumen anzeigt. Die Kurse des SPY lassen gut auf den S&P500 übertragen. Im Prinzip muss man beim dreistelligen SPY-Wert nur die Kommastelle verschieben, und dann den Wert auf den S&P500 übertragen.

Kurzanalyse zum S&P500

Der US-Aktienmarkt ist bereit nachzugeben. Das mögliche Kursziel ist kreisförmig grau-markiert. Da der US-Markt in 2015 allerdings schon mehrmals bearishe Signale eliminiert hat, sollte man auf der Hut sein.
Innerhalb des Charts nimmt das Hoch vom 20.07.15 eine zentrale Rolle ein. Jedes bearishe Signal verliert praktisch seine Gültigkeit, wenn dieses Hoch überboten wird. Beim S&P500 sind es 2132 Indexpunkte, die den US-Markt sofort in einem bullishen Zustand umwandeln würde.

Gold-ETF (GLD)

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Bild 3: Wochen-Chart des Gold-ETF (GLD) mit Volumen-Preis-Signalen.

Kurzanalyse zum Gold

Der Goldmarkt wehrt sich ein wenig. In der vergangenen Woche gab es ein kleines bullishes Volumen-Preis-Signal, und nun schon wieder. Die Form der Wochen-Candlesticks sprechen dafür, dass die Marktteilnehmer kurzfristig uneinig sind. Damit gibt es wieder einem kleinen Lichtblick für die Freunde des Goldes. Insgesamt gibt es jedoch noch kein standfestes Signal, um in Gold einzusteigen. Bestenfalls sind jetzt kleine Long-Positionen zu empfehlen. Die eingezeichnete Pitchfork zeigt steil nach unten. Das spricht dafür, dass der Goldmarkt bestenfalls eine kurzfristige Gegenbewegung schaffen kann. Der Abwärtsschwung ist mit den aktuellen bullishen Volumen-Preis-Signalen nicht völlig aufgehoben.

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