Die Standesrichtlinien der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V. (VTAD) erfüllen globale Standards. Die VTAD hat einen ethischen Standard berufsmäßigen Verhaltens etabliert, der von jedem Mitglied (assoziierten Mitglied und Ehrenmitglied) beachtet werden soll. Der in den Punkten 1 bis 8 formulierte ethische Standard dient als Leitlinie für berufliche Verantwortung und als Meßlatte ethischer Urteilskraft.

1. Der technische Analyst soll zu allen Zeiten dem höchsten Standard beruflicher Kompetenz, Integrität und Urteilskraft genügen. Dieser ethische Standard erfordert striktes Einvernehmen mit den anzuwendenden Gesetzen und Bestimmungen irgendeiner Regierung, Behörde und regelnden Organisation, die die Gerichtsbarkeit über die beruflichen Aktivitäten der Analysten ausübt.

2. Der Analyst soll keine Aussagen treffen oder veröffentlichen, von deren Unrichtigkeit oder Irreführung er weiß oder zu wissen glaubt. Der Analyst soll vermeiden, andere glauben zu lassen, dass seinen aus technischen Überlegungen abgeleiteten Szenarien zukünftiger Wertpapierkurse ein “In-die-Zukunft-Sehen” zugrunde liegt. Stattdessen soll er klarmachen, dass seine Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen, die überprüft und, falls Ereignisse dies erfordern, auch geändert werden können.

3. Der Analyst soll keine Aussagen hinsichtlich der technischen Situation eines Wertpapiers, eines Marktes oder irgendeiner ihrer Komponenten oder Aspekte treffen oder veröffentlichen, sofern solche Aussagen nicht im Lichte der verfügbaren Informationen und des gesammelten Wissens im Bereich der Technischen Analyse der Finanzmärkte vernünftig und konsistent sind. Neue Methoden der Technischen Analyse und Modifikationen existierender Konzepte und Techniken sollen vollständig dokumentiert und erklärt werden. Selbstentwickelte Methoden sollen nicht verletzt werden, doch dieser Standard soll eine Leitlinie bei der Entwicklung eigener Produkte sein.

4. Der Analyst soll keine Aussagen treffen oder veröffentlichen, die die analytische Arbeit anderer in Misskredit bringen.

5. Der Analyst soll nicht nach nicht-öffentlichen Informationen suchen, handeln oder diese verbreiten, wenn dies geltende Gesetze irgendeiner Regierung, Behörde oder regelnden Organisation hinsichtlich des Gebrauchs von Insider-Informationen verletzen würde.

6. Der Analyst soll Vertraulichkeit hinsichtlich der gesetzlichen Geschäfte seines Arbeitgebers, der Kunden seines Arbeitgebers und seiner eigenen Kunden wahren.

7. Wenn der Analyst ein Wertpapier zum Kauf, Halten oder Verkauf empfiehlt, soll er seinem Arbeitgeber, den Kunden seines Arbeitgebers und seinen eigenen Kunden angemessene Gelegenheit geben, nach seiner Empfehlung zu handeln, bevor er auf eigene Rechnung oder auf Rechnung eines engen Familienangehörigen handelt.

8. Der Analyst soll nicht Studien oder Analysen anderer Analysten kopieren oder vorsätzlich wesentliche Inhalte oder die gleiche Sprache nutzen, sofern er nicht zuvor die Erlaubnis des betreffenden Autors eingeholt hat.